Am 10. August 1902 rückte die Feuerwehr in den Nachbarort Radmer aus, um bei der 300- Jahr Feier der Pfarrkirche, in Anwesenheit des Monarchen, teilzunehmen. Kaiser Franz Josef der I. würdigte bei dieser Gelegenheit auch die besonderen Leistungen einiger Wehrmänner.

Am 21.2.1906 wurden 65 Kameraden der Wehr mit einer Ehrenmedaille für 25- jährige Tätigkeit im Feuerwehr- und Rettungswesen von der Hofkanzlei ausgezeichnet.

Der Bergdirektor Oberbergrat Emil SEDLACZEK, welch nach KRAUSS bis 1905 die Hauptmannstelle bekleidete, schied als Ehrenhauptmann am 21.3.1906 aus.

Ihm zu Ehren wurde ein großer Fackelzug veranstaltet. SEDLACZEK hatte sich in der Ausbildung von Wehrmännern und im Aufbau der Löschzüge große Verdienste seit der Gründung erworben. In der Führung der Feuerwehr folgte ihm der Besitzer Ignaz KRONEGGER.

Die Erfahrung aus dem Überschwemmungskatastrophen der Jahr 1897, 1899, 1903 bis 1906 machte einen speziellen Einsatz für solche Wasserkatastrophen notwendig, um auch hier rasch und sicher helfen zu können. Am 10.5.1907 beschloss daher der Ausschuss der Feuerwehr auch eine Wasserwehr anzugliedern. Für die Beschaffung der hierzu benötigten Geräte und Werkzeuge wurde von der Gemeinde Eisenerz ein Beitrag von 500 Kronen bereitgestellt. 10 Tage nach diesem Beschluss gefährdete ein Hochwasser in der Trofeng das Sägewerk Werzer und die Trofengbachbrücken, eine deutliche Mahnung an die Dringlichkeit.

In der Vollversammlung am 19.3.1908 wurden an 12 Wehrmänner die Feuerwehr- Ehrenmedaille durch Herrn Bezirkshauptmann Graf SCHÖNFELD überreicht, wohl ein Beweis der guten Arbeit in den Wehrmannschaften.

Brand Gerambhaus 1908

Brand Gerambhaus 1908 (Quelle: Bildarchiv Stadtmuseum)

Wie sich unsere Feuerwehr im Extremfall zu helfen wusste, zeigte der Brand des Glück-auf-Bremshauses am Erzberg im März des Jahres 1908. Infolge des totalen Wassermangels wurde dieser Brand gänzlich mit Schnee gelöscht.

In diesem Jahr wurde auch eine längst fällige Satzungsänderung vorgenommen. Der Ausschuss wurde nicht mehr jährlich, sondern von nun an alle drei Jahre gewählt.

Nachdem ein am 17.7.1909 abgehaltenes Gartenfest einen Reingewinn von 190 Kronen brachte, war die Anschaffung eines Mannschafts- Leiterwagens für den vierten Zug möglich geworden.

Zwei Jahre darauf, am 25.6.1911 wurde auf der Blumau ein Waldfest veranstaltet mit einem Reingewinn von 712 Kronen. 500 Kronen davon wurden für den Kauf von Schläuchen verwendet.

Wiederrum wurden 12 Kameraden am 20.10.1912 mit der Feuerwehr Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Einen wesentlichen Schritt zur Modernisierung brachte der Beschluss, eine Benzinmotorspritze anzuschaffen. Am 25.7.1914 langte die Motorspritze in Eisenerz ein. Die Koste von 7100 Kronen übernahm zur Gänze die Gemeinde Eisenerz. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Gemeinde bereits 3250 Kronen in den Jahren 1909 bis 1912 der heimischen Feuerwehr zur Verfügung gestellt hatte. 1911 widmete auch die Sparkasse Leoben den Beitrag von 200 Kronen der Feuerwehr in Eisenerz.. Von diesen Geldern konnte 1912 ein Mannschaftswagen für den ersten Zug von der Firma ROSENBAUER in Linz und ein Jahr später ein ebensolcher, aber gebrauchter Wagen, von der Feuerwehr Vordernberg, für den zweiten Zug angekauft werden.

Die Teilmobilisierung am 26.7.1911 und die allgemeine Mobilisierung am 31.7. 1914 lichtete die Reihen der Wehrmannschaften, trotzdem war es in dieser schweren Zeit des großen Krieges möglich, die anfallenden Brände zum Erliegen zu bringen.

In der Nachkriegszeit hatte die Wehr sehr gelitten. Die Heimkehrer waren müde und der einstige Idealismus fehlte. Trotzdem fanden sich wieder Männer, die bereit waren, ihren Mitmenschen bei Gefahr uneigennützig beizustehen. Bald hatte die Freiwillige Feuerwehr Eisenerz ihre alte Schlagkraft erreicht. Die Kameraden aber, die nicht mehr zu ihren Löschzügen zurückkehrten, sollten nicht vergessen sein:

ANGERER Johann GRAF Thomas MOISI Johann
BARTHOFER Alois HOPFER Heinrich PAKOSTA Franz
BRAUNER Ignaz BRAUNER Ignaz STEPFAN Emil
FERSTL Franz HIRNER Ludwig ÜBLEIN Friedrich
GRABNER Kornelius HOLZER Franz  

Die wiederstarke Feuerwehr hatte bald Gelegenheit, ihre Schlagkraft unter Beweis zu stellen. Am 10.4.1920 kam es um die Mittagszeit, mitten im Ort, zu einem Großfeuer. Der Dachstuhl des Kammerhofes stand plötzlich in Flammen. Die herrschende Trockenheit und der starke Wind machten die Löscharbeiten unmöglich. Die Feuerwehr musste sich daher vorwiegend auf den Feuerschutz der schindelgedeckten Häuser beschränken, die in der Windrichtung, durch den starken Funkenflug, Feuer gefangen hatten. Der Flug brennender Teile war so stark, das zwei ca. 400m entfernte Gehöfte in Brand gerieten und durch die Dürre so rasch in Flammen standen, dass die äußerst beanspruchte Feuerwehr nicht in der Lage war, diese Objekte zu retten. Die benachbarten Feuerwehren aus Hieflau und Vordernberg kamen leider zu spät. Um 6 Uhr abends waren alle Brandherde gelöscht oder unter Kontrolle gebracht.

Im gleichen Jahr, am 12.6.1920, kam es um Mitternacht wieder zu einem Dachstuhlbrand, im Gasthof auf der Anhöhe des Voglbichls. Trockenheit und absoluter Wassermangel erschwerten die Löschaktionen. Das nun in ganz geringer Distanz, Dach neben Dach stehende Nebengebäude, welches mit Holzschindeln gedeckt war, konnte gerettet werden, denn die Feuerwehr wusste sich zu helfen. Auf der nebenliegenden Bergwiesewurden rasch Rasenziegel ausgestochen und, wie einst bei der Eimerkette, diese Rasenziegel rasch von Hand zu Hand gereicht, wobei sich auch die Zivilbevölkerung fleißig beteiligte. Bei sengender Hitze belegte man das gefährdete Dach. Die Mühe des Einsatzes wurde durch die Rettung des Nebengebäudes belohnt. Bei dieser außergewöhnlichen Löschaktion, herrschte völlige Windstille, welche die Rettungsarbeiten begünstigte. 

Brand k

Am 24.8.1924 feierte die Feuerwehr Eisenerz ihr 50- jähriges Gründungsfest. Der seit 1905 amtierende Schriftführer Johann PICKL verfasste eine Gedenkschrift, der wir die meiste Aufzeichnungen dieser Rückschau entnehmen konnten. In diesen 50 Jahren hatten die Eisenerzer Feuerwehren bei 3 Großfeuern, 60 kleinere Brände, 2 Hochwasserkatastrophen, 6 Hochwasserbedrohungen und einem Lawinenunglück rettend und helfend eingegriffen. Der Mitgliederstand erhöhte sich 1924 wieder auf den Stand von 235 Mann.

Unter den Hauptleuten der Zeit von 1910 bis 1938, dem Werkskassier und Bürgermeister Rudolf LEYKAUF, dem Kaufmann Josef JARITZ und dem Sattlermeister Anton KLING wurde die Wehr ständig verbessert der Zeit angepasst und schon wegen der Abgeschiedenheit des Ortes nach Möglichkeit auch auf den neuersten technischen Stand gebracht. Für diese Zeit soll auch noch eines verdienstvollen Wehrmannes gedacht werden, des Hauptmannstellvertreter und zeitweisen Hauptmannes, Herrn Oberhutmann Adalbert WIESLER, welcher durch sein eifriges Wirken nicht unwesentlich zum Wiederaufbau nach dem 1. Weltkrieg beigetragen hatte. Auch die Gemeinde hatte der Wehr, trotz damaliger politischer und wirtschaftlicher Krisen, die möglichste Unterstützung angedeihen lassen.

Um die Bevölkerung entsprechend aufzuklären, wurde 1927 eine Ausstellung über Brandursachen und Brandbekämpfung arrangiert, auch Feuerschutzwochen wurden zu demselben Zweck abgehalten.