1972 war der Zubau zum Rathaus des Stadtamtes notwendig geworden. Die Stadtverwaltung hatte auch hier in alter Tradition an die Feuerwehr gedacht und in diesem Zubau ihre neue Heimatstätte geschaffen, nachdem bereits die Wachen Trofeng und Münichtal mit Hilfe der Stadtgemeinde adaptiert wurden. Diese Um- und Neubauten waren der besonderen Initiative des Bürgermeisters Fritz MOLL zu danken, der wie sein Vorgänger Michael HAUSS sich ebenfalls mit größter Aufgeschlossenheit der Feuerwehr widmete und mit der Florianiplakette ausgezeichnet wurde.

In der Hauptversammlung am 17.3.1973 wurde Herr Friedrich GASSER zum Kommandanten und Herr Johann AUFREITER zum Stellvertreter einstimmig gewählt. Beide Wehrmänner sind Träger mehrfacher Auszeichnungen und für diese Funktion entsprechend qualifiziert, sodass die Eisenerzer Feuerwehr wieder in besten Händen war.

Diese 125- jährige Rückschau soll mit den Worten des verdienstvollen Hauptmannstellvertreter Adalbert WIESLER abgeschlossen werden: „ In unseren Reihen ist Mühe und Arbeit zu finden,- ohne Lohn, Unbill und Gefahr zu bestehen- ohne Entgelt. Heraus heißt es, wenn der Alarmruf ertönt, heraus in den Regen und Schnee, Sturm und Gewitter und in eisige Luft. Hilfe bringen und Gefahr überstehen gilt es. "

Nach der erfolgreichen Aufbauarbeit für die Freiwillige Feuerwehr in Eisenerz unter Hauptmann MORITZ während der Nachkriegsjahre und den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung der 70er Jahre wurden die Führungskräfte mit ihren Mannschaften vor neuen großen Herausforderungen bei ihren Einsätzen gestellt. Die Brandeinsätze reduzierten sich, wobei im sogenannten technischen Bereich die Anforderungen für die Einsatzkräfte vielfältiger und anspruchsvoller in Bezug auf die Handhabung modernster und sehr teuren Gerätschaften wurden. Mit dem raschen Anwachsen des Gütertransportes und der Mobilität der Menschen auf den Verkehrsstraßen stieg auch die Unfallhäufigkeit, wobei für diesen Gefahrenbereich die notwendigen Gerätschaften wie hydraulische Spreizen und Scheren, Ölbindemittel u.v.a.m. entwickelt wurden. Gefahrenguterkennung, Koordinierung der Zusammenarbeit und Alarmierung mit anderen Einsatzorganisationen und der Exekutive waren weitere Erkenntnisse für diesen Bereich um eine erfolgreiche Einsatztätigkeit zu gewährleisten.

Im Jahre 1973 wurde der Maschinen Steiger Fritz GASSER von der Wehrversammlung als Nachfolger von Josef MORITZ gewählt.

Unter Bürgermeister MOLL konnte Fritz GASSER 1974 das TLF 2000 zum Einsatz bringen und die verschiedenen Einrichtungen beim Rüsthausneubau und den Nebenräumen zweckentsprechend beeinflussen. Die offizielle Übergabe dieser modernen Baulichkeiten durch Bürgermeister Fritz MOLL erfolgte 1977.

Zu diesem Zeitpunkt stand das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Eisenerz bereits unter Hauptmann Johann AUFREITER, der 1976 Fritz GASSER ablöste. Unermüdlicher Einsatz prägte die Tätigkeiten des Kommandanten Johann AUFREITER von 1976 bis 1983, der in vielen Arbeitsstunden mit seinen Kameraden die damals handbetriebene Kraftdrehleiter vom überalterten Fahrzeug demontierte und auf ein zugekauftes, noch inaktives LKW- Rahmenfahrzeug aufbaute. Dadurch stand diese Drehleiter für verschiedene Lösch- und Bergeeinsätze wieder zur Verfügung. Eine Nachrüstung der Atemschutzgeräte und die Anschaffung von Rufempfängern, sowie die Übernahme des 1. Kommandofahrzeuges im Jahre 1979 trugen unter Johann AUFREITER zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehr bei.

Für den Finanzhaushalt der Stadtgemeinde Eisenerz waren wohl die Anschaffungskosten in den 80er und 90er Jahren, trotz Subventionen des Landes, besonders hoch. So wurden die Wachen Leopoldstein und Trofeng mit Kleilöschfahrzeugen, die Hauptwache mit einer Pritsche für die Rettungsgeräte Spreizer und Schere ausgestattet und die Rufempfangsanlage für die Alarmierung ausgebaut.

In dieser Zeit von 1983 bis 1993 war es Kommandant Walter BAUMANN, dem es gelang die Gemeindeväter und Bürgermeister Walter KOHLMAIER und in der Folge Hermann AUERNIGG von den Notwendigkeiten dieser aufwendigen Gerätschaften zu überzeugen.

Aufgrund der in Eisenerz errichteten Wohn- und Betriebsobjekte mit mehreren Stockwerken, sowie den bestehenden Objekten wie Schulen, Altenheim, Krankenhaus usw. brachte es der technische Fortschritt mit sich, dass Kommandant Walter BAUMANN um die Anschaffung einer modernen, hydraulisch betriebenen Drehleiter intervenierte.

Im Jahre 1992 gelang es tatsächlich die DLK 12-9, anlässlich des 3. Bezirksfeuerwehrtages in Eisenerz zum Einsatz zu bringen.

DLK K

Für diese technischen Gerätschaften war die Einschulungen von Feuerwehrmännern im Herstellerwerk der Fa. METZ in Karlsruhe notwendig.

Nach dem tragischen Ableben des Kommandanten Walter BAUMANN folgte Anton STADLER bis 1995. Seit dieser Zeit führt HBI Dietmar BAUMANN die Geschicke der Freiwillige Feuerwehr Eisenerz.

Mit dem Ankauf der beiden Objekte der Wachen Leopoldstein und Trofeng durch die Stadtgemeinde Eisenerz wurde deren Aus- und Umbau möglich.

Um diese Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Feuerwehrmänner in diesen beiden Wachen erwarb sich der Feuerwehrreferent und Vizebürgermeister Albin ZWANZ besondere Verdienste. Die Auszeichnung mit der Florianiplakette war dafür die Anerkennung.

Der Umbau des Mannschaftsraumes der Hauptwache erfolgte in Eigenregie.

Neben der sich ständig verbessernden Ausstattung der Feuerwehrmänner wird im Jubiläumsjahr 1999 ein KRF-S mit Verkehrsleiteinrichtung übergeben werden.

KRF-S K

Die Mittel für viele kleinere Geräteanschaffungen konnten durch Eigenleistungen der Freiwilligen Feuerwehr aufgrund von Subventionen, Haussammlungen, Arbeitsleistungen und Veranstaltungen ( auch Mithilfe der Familienangehörigen )  erbracht werden.

Die Finanzierung der erforderlichen „ Großinvestitionen „  ist jeweils nur durch Mittel der Stadtgemeinde Eisenerz und des Landes möglich. Daher wurde Bürgermeister Hermann AUERNIGG durch seinen ständigen und erfolgreichen Beistand für die Feuerwehr im Jahre 1998 zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Eisenerz ernannt.

Um den Leitsatz: „ RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN – SCHÜTZEN „, gerecht zu werden zu können müssen die Feuerwehrmänner ständig Schulungen, Übungen und ärztliche Untersuchungen wahrnehmen.

Mit dem „ Tag der offenen Tür „ anlässlich des Florianitages und der Ferienpassaktion für die Schüler wird das Feuerwehrwesen der Eisenerzer Bevölkerung und dem Nachwuchs näher gebracht.

Alljährlich wird mit einer Messe in der Oswaldikirche am Florianitag für die Feuerwehrkameraden der Schutz durch den „ HEILIGEN FLORIAN „ für die heile Rückkehr von ihren Einsätzen erbeten.

Für die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr in Eisenerz gilt es das Vermächtnis der Gründer bewahren und die unentgeltliche Bereitschaft der Feuerwehrmänner für den Schutz der Bevölkerung zu sichern.